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Stern Predigt von Miriam Budnick am 27.05.2006

Die Kraft des Gebets

Ich besitze ein Gebetsbuch. Ich habe es angelegt, nachdem mir jemand einmal berichtet hatte, dass er ein "Gebetsbuch" führt. Das hat mich irgendwie fasziniert, so dass ich es auch ausprobiert habe. In diesem Buch sind Menschen aufgeführt, die mir am Herzen liegen, Menschen, die ich gar nicht einmal so gut kenne und Menschen, die ich sogar nur vom Hören-Sagen kenne. Es geht um Ereignisse, Anliegen, um Bitten, um Fragen - aber auch um "Ergebnisse" und Dank an Gott. Viel ist in den letzten Jahren passiert: Kinder wurden gesund geboren, Krankheiten erst einmal zum Stillstand gebracht oder die Genesung erfolgte sogar ganz, Freundschaften wurden neu belebt, es gab Bekundungen für Gott durch die Taufe und andere schöne Dinge. Es gab aber auch "Opfer": Menschen sind verstorben, Menschen haben den Glauben an Gott verloren, manche blieben Kinderlos oder bei anderen verschlimmerten sich die Krankheiten...

Was bewirkt dann das Gebet?

Was passiert, wenn ganz normale Christen den Entschluss fassen, sich nach einem außergewöhnlichen Leben auszustrecken? Wie viele andere vor dir wirst du feststellen, dass Gott nie etwas anderes für dich im Sinn hatte! Willst du eine große Vision für dein Leben? - Dann entscheide dich dazu, ein Feinveredeler für Gott zu werden.

In der Möbelindustrie ist ein "Feinveredeler" der Facharbeiter, der Einrichtungsgegenständen den letzten Schliff gibt und all die Dekorapplikationen und Zierrate anbringt, die allem eine besondere Note verleihen und die die Möbelstücke als besonders wertvolle Qualitätsstücke auszeichnet. Die wichtigste Eigenschaft eines Feinveredelers ist es, immer ein wenig mehr zu tun, als von einem erwartet wird.

Ein Beispiel für einen Feinveredeler in der Bibel finden wir in 1. Chronik 4."Ein Mann, namens Jabez war der angesehenste unter seinen Brüdern" (Vers 9). Jabez wollte mit Gott weiter kommen als die anderen. Und am Ende in Vers 10 erfahren wir, dass Gott seine Bitte erfüllte. Was hat Jabez so Besonderes getan, dass er sich so sehr vom Rest der Brüder abhob? Warum hat Gott ausgerechnet sein Gebet beantwortet?

Betrachten wir einmal näher seine Geschichte: In den ersten neun Kapitel der 1.Chronik wird der offizielle Familienstammbaum der Stämme Israels aufgeführt, angefangen von Abraham bis hin zu Israels Rückkehr aus der Gefangenschaft, Jahrtausende Jahre später. Die Liste der unbekannten und oft unaussprechlichen Namen ist lang. Nehmen wir nur einmal das 4.Kapitel: Die Söhne Judas waren: Perez, Hezron, Kaleb, Hur und Schobal... und das ist nur der Anfang. Ahumai, Jischma, Jidbasch, Hazlelponi, Penuel... Nach 44 Namen scheint sich jedoch plötzlich durch den Text hindurch eine Geschichte abzuzeichnen. Ein Mann namens Jabez war der angesehenste unter seinen Brüdern. Bei seiner Geburt hatte seine Mutter gesagt: "Ich habe ihn mit Schmerzen geboren", und deshalb hatte sie ihn Jabez genannt. Er selbst aber hatte zum Gott Israels gebetet: "Segne mich und erweitere mein Gebiet. Steh mir bei und halte Unglück und Schmerz von mir fern!" Diese Bitte hatte Gott erhört. (1. Chronik 4, 9-10)

Der nächste Vers fährt anschließend wieder mit der Auflistung der Geschlechterreihe fort, als wäre nichts geschehen. Was war das Besondere an Jabez, dass man sich ausgerechnet an ihn so nachhaltig erinnert? Worin lag sein Geheimnis?

  • Das Leben dieses weitgehend unbekannten Mannes hatte nicht gerade gut begonnen.
  • Er betete ein kurzes, ziemlich ungewöhnliches Gebet.
  • Sein Leben nahm daraufhin eine außerordentliche Wendung.

"Segne mich und erweitere mein Gebiet! Steh mir bei und halte Unglück und Schmerz von mir fern!"

Wann hat Gott das letzt Mal durch dich gewirkt, dass du keinerlei Zweifel daran hattest, dass es wirklich Gott war? Oder schärfer formuliert: Wie lange ist es her, dass die Wunder Gottes Teil deines normalen Alltags waren? Wenn es dir so wie den meisten Christen geht, dann weißt du vielleicht nicht einmal, wie man um solche Erfahrungen betet und bist dir unsicher, ob es überhaupt richtig ist, um solche Erfahrungen zu beten. In dem Buch "Das Gebet des Jabez" von Bruce Wilkinson, geht es eben darum.

Wilkinson erklärt, dass Gott einiges an Segen für uns bereit hält. - Wir diesen bisher jedoch nicht abgerufen haben. Das klingt ziemlich unglaublich, vielleicht sogar anmaßend. Aber dieser Tausch - unsere Bedürfnisse gegen Gottes Fülle - ist von Ewigkeit her Gottes liebender Wille für unser Leben. Wenn wir uns darauf einlassen könnten, würde sich unser Leben vom heutigen Tag an verändern: Gott würde große Dinge tun, wenn wir Ihm nur vertrauen.

Das Ganze könnte folgendermaßen aussehen: Du stehst nicht mehr nur am Ufer des Flusses und bettelst um ein GlasWasser, damit du den Tag überstehst. Nein, du tust etwas Unglaubliches. Du nimmst das kleine unscheinbare Gebet mit der unvorstellbaren Wirkung und springst in die Flut. Von diesem Moment an lass dich einfach von den liebevollen Wogen der Kraft und Gnade Gottes umspülen. Du tauchst ein in Gottes großartigen Plan für dich: ein zutiefst sinnerfülltest und befriedigendes Leben. Ist es das, was du willst?

Warum also nicht bitten? Segne mich!

Kann es sein, dass du denkst, das ist doch selbstbezogen, unhöflich und habgierig. Ich kann doch nicht um Segen für mich selbst bitten?! Dennoch wirst du feststellen, dass solch ein Gebet keineswegs selbstzentriert ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Sie sind sogar überaus geistlich.

Die Geschichte des Jabez beginnt mit dessen Namen. "Bei seiner Geburt hatte seine Mutter gesagt: ' Ich habe ihn mit Schmerzen geboren', und deshalb hatte sie ihn Jabez genannt." Im Hebräischen bedeutet das Wort Jabez "Schmerz". Anders übersetzt kann es auch bedeuten: "Er verursacht Schmerzen" oder "er wird Schmerzen verursachen". Das klingt nicht gerade nach einem verheißungsvollen Leben. Alle Babys werden unter Schmerzen geboren, aber 'Jabez' Geburt muss schlimmer als gewöhnlich verlaufen sein - so schlimm, dass es seine Mutter veranlasste, die Erinnerung daran im Namen ihres Sohnes zu verewigen. Warum? Möglicherweise war die Schwangerschaft oder die Geburt für die Mutter eine traumatische Erfahrung. Vielleicht war das Baby in Steißlage geboren. Unter Umständen waren die Schmerzen der Mutter auch emotionaler Art. Hatte der Vater des Kindes sie während der Schwangerschaft verlassen? Oder war er gestorben? Vielleicht hatte die Familie nicht genug Geld um ein weiteres Kind aufzuziehen... Wir wissen es nicht, aber Gott allein weiß, was der Mutter solche Qualen verursacht hatte.

Tatsache ist, dass der Junge mit einem Namen aufwachsen mußte, den jeder hassen würde. Vielleicht war er dem Spott seiner Umwelt ausgesetzt, die ihn tagtäglich daran erinnerte, dass er bei seiner Geburt wohl nicht sonderlich willkommen war. Doch die schwerste Bürde, die Jabez durch seinen Namen zu tragen hatte, war der Schatten, der dadurch auf seine Zukunft fiel. In biblischen Zeiten hatte der Namen eines Menschen auch gleich eine schicksalhafte Bedeutung. Wenn ein Kind einen bestimmten Namen erhielt, dann war darin zugleich ein Wunsch oder eine Prophetie für seine Zukunft enthalten. So z.B. bei Jakob, der mit "Raffer" übersetzt wird. Naomi und ihr Mann nannten ihre Söhne Machlon und Kiljon, was "schwächlich" und "schwindsüchtig" übersetzt wird. Und genau das waren sie auch. Beide starben bereits in jungen Jahren. Salomo bedeutet "Frieden" und tatsächlich war er der erste König, unter dessen Regentschaft Israel keinen Krieg führen mußte.

Jabez wuchs unter dem Wissen auf, dass es einen Gott gibt. Als er erwachsen war, hatte ihm der Glaube an diesen "Gott der Wunder und Neuanfänge" tiefe Wurzeln geschlagen. Warum sollte er nicht um einen Neuanfang bitten? Und genau das tat er. Er kam zu Gott mit einem Herzenswunsch, der ihm unermesslich wichtig war und doch schier unerfüllbar erscheinen mußte: "Segne mich!" Vor sich sieht Jabez nichts als Unmöglichkeiten, seine Vergangenheit und die Schwierigkeiten seiner gegenwärtigen Situation lasten schwer auf ihm. Dennoch hebt er seine Hände zum Himmel und ruft: "Vater, oh Vater! Bitte segne mich doch. Was ich meine ist, bitte segne mich doch wirklich reichlich!" - Und auf einmal sieht er vor seinem Auge weite Felder voller Segen, die sich bis zum Horizont erstrecken. Und Jabez tut seine ersten Schritte hinaus in eine völlig neue Zukunft.

Was ist aber mit "Segen" eigentlich gemeint? Wir bitten um Segen für die Kinder, um Segen für die Predigt, und das eigene Heim... - ist es da nicht verwunderlich, dass eine banale Floskel wie "Ich wünsche dir alles Gute" kaum noch eine Bedeutung hat. Wir müssen ja nicht wie Jabez um Gottes Segen ringen. Segnen im biblischen Sinne bedeutet, jemandem göttliches und somit übernatürliches Wohlwollen zu wünschen bzw. zufließen zu lassen. Um Gottes Segen zu bitten heißt nicht, nur einfach mehr von dem zu wollen, was wir auch aus unserer Kraft erreichen könnten. Es heißt, um die Güte Gottes in unserem Leben zu ringen, die allein er uns geben kann. Jabez überließ es völlig dem Herrn, wie, wann und in welcher Form er ihn segnen würde.

Wie würdest du dich fühlen, wenn du herausbekämst, dass Gott dir heute eigentlich x-mal in ganz spezifischen Belangen deines Lebens Segen zukommen lassen wollte und will, es aber nur 1x bei dir ankam bzw. ankommt? Was ist wohl der Grund dafür?

Hier eine kleine Geschichte von Herrn Schmidt, der stirbt und in den Himmel kommt. Petrus erwartet ihn am Himmelstor, um ihm eine Führung durch den Himmel zu geben. Inmitten von all der Pracht, den goldenen Straßen, herrlichen Villen und Chören von Engeln, bemerkt Herr Schmidt ein seltsames Gebäude. Es sieht aus wie eine riesige Lagerhalle, ganz ohne Fenster; es gibt lediglich eine Tür. Petrus zögert, als Herr Schmidt ihn bittet, das Innere dieses Hauses sehen zu dürfen. "Ich glaube nicht, dass du sehen möchtest, was dort drin ist", sagt er zu dem Neuankömmling. Warum sollte es im Himmel Geheimnisse geben?, fragt sich Herr Schmidt. Was für eine Überraschung mag sich wohl hinter diesen Mauern verbergen? Als der Rundgang beendet ist, bittet er Petrus erneut, das Innere des Gebäudes sehen zu dürfen. Schließlich gibt Petrus nach. Er schließt die Tür auf und kann gerade noch zur Seite springen, so eilig hat es Herr Schmidt, ins Innere des Hauses zu kommen.

Wie sich herausstellt, handelt es sich wirklich um ein Lagerhaus. Der Raum ist bis unter die Decke mit Regalen angefüllt, in denen weiße Kisten lagern, die alle mit einer roten Schleife zugebunden sind. "Diese Kästen sind ja alle mit Namen versehen!" sagt Herr Schmidt laut zu sich selbst. Er dreht sich zu Petrus um und fragt: "Ist auch eines für mich dabei?" "Aber natürlich", sagt Petrus und versucht, ihn sanft nach draußen zu schieben. "Ehrlich gesagt", gibt Petrus zu Bedenken, "wenn ich du wäre..." Aber Herr Schmidt ist schon auf dem Weg zu dem Regal mit dem Buchstaben "S", um sein Kästchen zu suchen. Petrus folgt ihm kopfschüttelnd. Er kommt gerade in dem Moment dazu, als Herr Schmidt die Schleife von seiner Kiste löst und den Deckel abhebt. Da vernimmt Petrus ein Seufzen, jenes Seufzen tiefe Seufzen in einem Moment des Erkennens und Verstehens, das ihm so vertraut ist. Wie oft hat er es schon hören müssen? In seinem Kasten fand Herr Schmidt all die Segnungen, die Gott ihm während seinen Lebens zugedacht hatte, aber er hatte nie darum gebeten.

"Bittet", so lautet die Zusage Jesu, "und ihr werdet bekommen" (Matthäus 7,7). "Ihr bekommt trotzdem nicht, was ihr wollt, weil ihr Gott nicht darum bittet", schreibt Jakobus (4,2).

Ist es für einen Vater nicht Ehrensache, seinem Kind Gutes zu tun, wenn es ihn sehr darum bittet? Genauso ist es für den Vater im Himmel eine große Freude, dich großzügig zu segnen, wenn sein Segen wirklich das ist, woran dir am meisten gelegen ist. Gottes Wesen ist es zu segnen und dass die Geschichte Jabez in der Bibel steht ist Ausdruck der Güte Gottes. Es spielt folglich keine Rolle, was z.B. deine Eltern für dich bestimmt haben oder was scheinbar dein "Los" im Leben ist. Entscheiden ist allein, dass du weißt, wer du sein möchtest und dass du Gott darum bittest. Ein einfaches glaubensvolles Gebet kann deine Zukunft nachhaltig beeinflussen. Segne mich und erweitere mein Gebiet.

Steh mir bei und halte Unglück und Schmerz von mir fern!

Gott wünscht sich, dass wir unsere engen Grenzen überwinden und für Ihn neues Land einnehmen. In dem er unser Gebiet, unseren persönlichen Lebensrahmen, erweitert, erweitert Er das Gebiet auch für sich selbst. Wir können mehr für Gott tun, Ihn bekennen, wo wir auch sind, an einem neuen Arbeitsplatz oder einem neuen Wohnort, bei neuen Freunden, oder wo auch immer. Gott schenkt uns neue Begegnungen, neue Gaben und Fähigkeiten, für neue Aufgaben und Aufträge, wenn wir Ihn nur darum bitten - wenn wir uns dass von Herzen wünschen. Wir können mehr für Gott tun. Wir können Zeichen setzten, "ein Licht sein". Bitte: "Herr, alles, was du mir anvertraut hast - bitte, nimm es und vermehre es!" Und wenn wir das Gefühl haben, wir stoßen wieder an unsere Grenzen und unsere Kräfte schwinden, dann wird Gott uns neue Kraft schenken, uns Zeit geben und die Fähigkeiten, die wir in den bestimmten Situationen benötigen. Gott steht uns bei, das hat Er versprochen!

Von alleine werden wir die Dinge nicht schaffen, aber durch Gottes Beistand und Hilfe geschehen Wunder. Und wir werden vom Heiligen Geist erfüllt. Aber ist es nicht so, dass wir mehr Probleme bekommen, wenn wir für Gott arbeiten? Wir können darum bitten und beten, dass wir daher von Anfeindungen jeglicher Art bewahrt werden und dass Gott uns durch schwere Zeiten hindurch hilft. Gott überblickt all meine Begabungen und meine Grenzen, meinen gesamten Lebensweg. Er sieht all die Möglichkeiten, wo Er Menschen, die dringend eine Begegnung mit Ihm brauchen, durch mich begegnen kann. Gott wird mich genau zum richtigen Zeitpunkt und auf die richtige Art und Weise mit diesen Personen zusammenbringen. Und in diesem Moment werde ich alles bekommen, was ich brauche, um für Ihn Zeuge zu sein.

Möchtest du ein Feinveredeler für Gott werden? Dann führe doch einmal Buch darüber und sammle die Erfahrungen, sie werden dich in der Zukunft begleiten und dir Kraft geben.

Wie sieht es mit deinen scheinbaren "Vorgaben" und deinen Visionen (!) für dein Leben aus? Traust du dich, dich in die Fluten die Wassers zu stürzen und dich von Gottes liebevollen Wogen der Kraft und Gnade umspülen zu lassen. Dann tauchst du ein in Gottes großartigen Plan für dich: ein zutiefst sinnerfülltest und befriedigendes Leben. Du muß es nur wollen.

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