Home Darstellung

Angebote

People

Berichte

Termine

Komm zu uns!
Stern Predigt von Thomas Bürger am 07.04.2007
  Predigt zum Karsamstag 2007

Gestern war Karfreitag. Der Tag an dem Jesus zuerst ans Kreuz gehängt und dann ins Grab gelegt wurde. Heute ist Karsamstag. Der Tag zwischen Kreuz und Auferstehung. Zwischen ewigem Tod und ewigem Leben. Zwischen Depression und Hoffnung für alle.

Ich möchte heute über diesen Karsamstag mit euch nachdenken.
Zunächst ein Rückblick auf eine aufregende Woche.

Die Osterwoche beginnt mit dem Einzug nach Jerusalem. Die Jünger werden vorgeschickt, einen Esel zu suchen und eine Herberge für die Passahfeierlichkeiten zu finden. Dann reitet Jesus auf dem Eselchen durch die Straßen. In den zurückliegenden drei Jahren ist viel passiert. Wasser wurde zu Wein, Lahme gehen, Blinde sehen und den Armen wurde das Himmelreich gepredigt. An diesem Tag ist Jesus kein Nobody, kein Mensch, welcher in der Masse untergeht. Er ist der Superstar. Jubelnde Menschen, die ihm - dem Sohn Davids huldigen, Palmzweige und Gewänder vor ihm ausbreiten.

Die Jünger freuen sich vielleicht auf Passah, auf ein großes religiöses Fest. Viele Menschen werden in der Stadt sein. Bekannte, Verwandte, Freude. Vielleicht ein großes Jesus- Happening. Die Welle der Begeisterung, die Welle des Erfolgs schwappt durch die engen Gassen des religiösen Zentrums der Juden. „Hoffentlich hört dies niemals auf!“ denken die Jünger. Drei Jahre Wanderschaft, drei Jahre Entbehrung, drei Jahre harter Boden statt weicher Betten. Drei Jahre Verzicht auf ein geregeltes Einkommen und eine Familie. Jetzt wird gefeiert.

Dann in diesem ganzen Durcheinander, in dieser Euphorie bleibt Jesus stehen. Er sieht über Jerusalem- die Stadt Davids. Die Stadt in der der Tempel steht. Und Jesus weint. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Jünger irritiert sind. Was soll das? Wir feiern, haben Party, die Leute sind begeistert über seine Wundertaten, über seine mutigen Reden, über seine sozialkritischen Ansichten. Und Jesus verhält sich mal wieder anders als erwartet. Die Menschen werden irritiert gewesen sein. Ein weinender Gewinner, ein heulender Star, ein deprimierter König?

Ein paar Stunden später, die Szene auf dem Weg in die Stadt ist vielleicht schon fast vergessen, ziehen sich die Jünger zusammen mit Jesus in die angemieteten Räume zurück. Die Menschenmenge verliert sich. Es wird ruhig. Der Abend bricht herein. Kaum das die Jünger sich zum Essen legen, fängt Jesus an, Ihnen die Füße zu waschen- warum das? Warum die Füße? Was soll das? Brot und Wein bekommen eine neue Bedeutung, seine Ansprache hat etwas Endgültiges, wie wenn letzte wichtige Worte gesprochen werden. Die Jünger verwirrt, verunsichert, durcheinander. Dann auch noch ein Verräter unter ihnen, wer soll das sein. Judas, der dem man die Kasse anvertraut hat, verlässt die Runde. Wohin will er? Die Jünger haben viel mit Jesus erlebt, aber die vergangenen Stunden und Tage können sie noch nicht einordnen.

Schließlich ein Spaziergang auf den Ölberg. Ein gewohnter Abendspaziergang an die frische Luft, sich ein bisschen die Beine vertreten. Mit den anderen über das Vergangene reden. Man rastet, setzt sich in kleinen Gruppen zusammen. Vielleicht kann uns Jesus das alles noch einmal erklären. Wieso wollte er gerade zum Passah nach Jerusalem? Wieso diese Fußwaschung. Doch Jesus stellt sich ihren Fragen nicht, vielmehr verlässt er die Gruppe. Der Wein tut seine Wirkung. Die Jünger werden müde, schließlich schlafen sein ein.

Plötzlich Tumult. Judas ist wieder da. Aber nicht allein. Soldaten mit Stangen und Spießen, Schwertern und leichter Schutzkleidung. Dann ein Begrüßungskuss. „Judas- was machst du da! Was soll das? Warum bringst du Soldaten mit? Petrus wird wütend, greift nach einem Schwert, ein Ohr wird abgeschlagen. Jesus bückt sich und heftet es wieder an. Dann geht alles ganz schnell. Jesus wird verhaftet - die Jünger, die tatkräftigen und furchtlosen Begleiter, gerade erst aus tiefem Nachtschlaf erwacht, sind wie gelähmt. Sie greifen nicht weiter ein. Die Soldaten lassen ihre Schwerter stecken. Ein Gemetzel ist verhindert. Dann wird es ruhig auf dem Ölberg. Die Soldaten ziehen ab. Die Jünger sehen sich verstohlen an. Vielleicht gehen manche in die Herberge zurück. Wohin sollten sie sonst? Petrus will den Soldaten hinterher. Er geht in die City, versucht zu erfahren, was passiert, wartet irgendwo. Dann wird er erkannt und hört sich selbst reden, wie er Jesu Freundschaft leugnet. Die Nacht endet mit einem unüberhörbaren krähenden Hahn.

Den ganzen Tag hören die Jünger nichts, wissen nicht wo Jesus ist, erfahren nicht, was mit ihm passiert. Sie trauen sich nicht in die Stadt. Sie haben Angst, dass etwas Schlimmes passiert sein könnte. Sie wissen nicht, was sie tun sollen. Petrus bleibt seltsam stumm und abweisend an diesem Tag. Welche Laus ist denn dem über die Leben gelaufen. Irgendwann wird es wieder lauter in den Gassen Jerusalems.

Die Jünger wagen sich auf die Straße, hoffen im Tumult unterzugehen. Plötzlich sehen sie drei Verbrecher, die ihre Kreuze tragen. Sie sind auf dem Weg nach Golgatha. Dann sehen sie Jesus. Drei Mal bricht er unter der Last zusammen. Aber Petrus, Johannes Thomas und wie sie alle heißen, halten sich vornehm zurück. Sie können die Situation nicht einordnen. Was ist hier los? Was ist in der Nacht passiert. Wieso trägt Jesus eine Dornenkrone? Warum wird Jesus verurteilt. Sie hören sich um. Barnabas ist freigesprochen und Jesus verurteilt, aber zu was, warum jetzt und wieso musste das so schnell gehen?

Bis sie sich nach Golgatha durch die Massen gekämpft haben, sehen sie zuerst Soldaten, wie sie um ein Gewand würfeln. Dann drei Kreuze. Zwischen zwei Mörder hängt ihr Jesus, ihr Freund und Meister, ihr Rabbi, ihre Zukunft. Die Jünger sehen Jesus leiden. So hatten sie sich das nicht vorgestellt.

Johannes sieht Jesu Mutter. Es war vereinbart worden, dass sie sich an Passah alle in Jerusalem treffen wollten. Jesus schien es wichtig gewesen, dass alle seine Verwandten und gute Bekannten dieses Jahr in Jerusalem sein sollten. Sollte dies der Grund sein. Hat Jesus gewusst, was dieses Jahr an Passah passiert. Johannes geht zu Maria und hält sie fest.

Dann hören sie Jesus, wie er den Psalm 22 rezitiert:

Dieser Psalm beginnt in Vers 2 mit den Worten:

2 Mein Gott, mein Gott,
warum hast du mich verlassen?
Warum hilfst du nicht, wenn ich schreie,
warum bist du so fern?

Doch Jesus spricht weiter. Der Psalm endet mit den Worten:

28 Alle Völker sollen zur Einsicht kommen;
von allen Enden der Erde
sollen sie zum HERRN umkehren
und sich vor ihm niederwerfen.
29 Denn der HERR ist König,
er herrscht über alle Völker.
Vor ihm müssen die Mächtigen sich beugen,
alle Sterblichen sollen ihn ehren,
alle, die hinunter müssen ins Grab.
31Auch die kommende Generation
soll ihm dienen,
sie soll hören, was er getan hat.
32 Und sie soll ihren Nachkommen
weitererzählen,
wie der HERR eingegriffen hat, wie treu er ist.

Jesus letzte Botschaft am Kreuz ist sein Eingreifen, seine Treue uns Menschen gegenüber. Doch die Jünger können es nicht sehen.

Plötzlich sind mutige Menschen da, die um den Leichnam bitten, ein traditionelles Grab für einen Menschen finden, der nie ein Haus, kein festes Einkommen und vermutlich nur wenig Steuern bezahlt hat. Jesus- der Wanderprediger, der nie etwas besessen hat.

Es wird dunkel. Der Tag geht zu Ende. Der Sabbat kommt.

Dieses Mal ist es kein Sabbat Shalom. Kein Sabbat des Friedens. kein Passah an dem der Sieg der Juden über die Ägypter gedacht und der Auszug aus der Knechtschaft gefeiert werden soll. Die Jünger haben keinen Grund sich zu freuen. Jesus ist tot.Den ganzen Tag über haben sie die letzten Worte Jesu im Ohr:

Vers 32 Und sie soll ihren Nachkommen weitererzählen, wie der HERR eingegriffen hat, wie treu er ist.

Doch dieses Eingreifen spüren sie nicht, sehen sie nicht. Mit Jesu Tod ist Gottes eingreifen in diese Welt verloren gegangen. Wie kann ein Toter treu sein. Wie ein lebloser Körper eingreifen, eine Veränderung herbeiführen, das Leben zum Besten wenden?

Mit diesen Gedanken beschäftigen sie sich vielleicht an diesem Sabbat. Ob die Jünger sich getraut haben in den Tempel zu gehen, ist nicht überliefert. Es waren so viele Menschen in der Stadt, da wird es nicht weiter aufgefallen sein, ob sie gegangen sind, oder nicht.

Die anderen Bekannten und Freude besuchen die Jünger vielleicht. Man sitzt zusammen, geht vielleicht noch einmal auf Golgatha und dann zum Höhlengrab. Die Frauen bitten darum, dass man Ihnen den Stein vom Grab wegschiebt, damit sie sich um den Leichnam kümmern können. Da liegt er nun, eingehüllt in ein großes Tuch, bewegungslos, tot! Ein lebloser Körper.

Die Jünger verstehen nichts, können es noch gar nicht fassen, was alles passiert ist? Vielleicht kommen Fragen auf, wie sie dies hätten verhindern können, was sie hätten tun müssen, dass Jesus nicht von den Soldaten verhaftet werden konnte. Vielleicht machen sich selbst Vorwürfe. Warum hat Jesus das gemacht? Wollte er sterben? Jesus, der dem Tod immer wieder ausgewichen war, der Herr über Wind und Wellen! Warum wollte es gerade jetzt nach Jerusalem?

In der Stadt wird gefeiert. Irgendwo singen und tanzen Menschen. Irgendwo lachen Leute. Die meisten werden gar nicht mitbekommen haben, was passiert ist. Immer wieder werden Verbrecher gekreuzigt, was sollte daran besonders sein. Es interessiert sie nicht. Den Jüngern ist nicht zum Feiern zu Mute. Sietrauern, zwischen Mutlosigkeit mischt sich Wut, Selbstzweifel, Angst,

Ratlosigkeit, Depression. Das kann alles nicht sein. Ein Traum ist zerplatzt. Das war´s! Sie würden wieder als Fischer arbeiten müssen. Sie würden zurück müssen in ihr kleinbürgerliches Leben. Hoffentlich würde sie niemand mehr suchen. Standen Sie eventuell schon auf einer schwarzen Liste?

Im Laufe des Sabbats erfahren sie vielleicht, was sich Tags zuvor zwischen Pilatus und Keiphas abgespielt hat und was aus Judas geworden ist. Sie lassen die letzten beiden Tage immer wieder Revue passieren. Was hatte Jesus am Abendmahl alles gesagt. Noch immer fällt es Ihnen schwer das alles einzuordnen.

Jesus im Grab, die Jünger am Boden. Die Hoffnung gestorben. Allein gelassen, ohne Zukunft. Das ist Karsamstag. Kein Grund zum Feiern, kein Grund zur Freude!

Und wieder Jesu letzen Worte:

Der Vers 32: Und sie soll ihren Nachkommen weitererzählen, wie der HERR eingegriffen hat, wie treu er ist.

eine Farce- da hat niemand eingegriffen, keine Taube vom Himmel, kein Erdbeben, das die Soldaten verschluckt hat, kein Rotes Meer, das vor den Angreifern geschützt hat. Dieser Tod am Kreuz ist alles andere als Passah, alles andere als Rettung, alles andere als Auszug in das gelobte Land!
Sollten alle seine Reden und seine weisen Worte, seine aufopferungsvolle Hilfe und seine selbstlosen Heilungen, sollte das leeres Gerede sein, hohle Worte und Schaumschlägerei. Konnte das sein?

Da sitzen die Jünger mit ihrer Depression. Sie wissen noch nichts von Auferstehung, Himmelfahrt, Ausgießung des heiligen Geistes, ein enormes Wachstum der Gemeinde, die Verbreitung des Evangeliums. Sie wissen noch nicht, dass Jesus durch Petrus und Paulus und viele andere auch, weiterwirkt. Sie wissen noch nichts von Millionen von Christen auf der ganzen Welt und vom kleinen LIZ, dass tapfer das Evangelium verkündet.

Sie sitzen in ihrer Depression, bemitleiden sich selbst, machen sich selbst Vorwürfe, fühlen sich kraftlos und ausgeknockt.

Wie sollen Sie dann an den Vers 32 glauben: Und sie soll ihren Nachkommen weitererzählen, wie der HERR eingegriffen hat, wie treu er ist.

Der Herr greift ein?

Der Herr ist treu?

Die Jünger können es in dieser Situation nicht glauben. Das geht nicht. Dafür fehlt ihnen jegliches Verständnis, jegliche Hoffnung! Wie sollte es jetzt weitergehen? Die Spenden für das Unternehmen „Jesus“ würden bald versiegen. Sie konnten da nicht einfach weitermachen, wo Jesus aufgehört hat. Das macht keinen Sinn.

Am Abend sitzen sie noch lange zusammen. Es wird spät bis sie sich zu einem unruhigen Schlaf hinlegen.

In der Früh, am Tag nach dem Sabbat, am Sonntag, wollen die Frauen zum Grab. Sie versuchen ein paar Jünger zu wecken. Sie brauchen jemanden der ihnen den Stein wegrollt. Die Jünger versprechen gleich aufzustehen und drehen sich müde auf die andere Seite. Die Frauen gehen schon vor. Nach einer Stunde sind sie wieder zurück. Und während sich die Jünger den Schlaf aus den Augen reiben und ein frisches Glas Wasser und ein Stück Brot essen, hören sie die Frau rufen: „DAS GRAB IST LEER. DAS GRAB IST LEER!“ Sie rennen aus dem Haus. Was sagen die Frauen da? Sind sie betrunken? Das Grab ist leer! Was hat das jetzt zu bedeuten. Hat jemand den Leichnam gestohlen. Auch das noch?

Die Frauen kommen näher: DAS GRAB IST LEER! Jesus ist von den Toten auferstanden. Er lebt! So ein Unfug! Die Jünger können damit erst einmal nichts anfangen.

Es dauert sechs Wochen, bis die Jünger verstanden haben, was an diesem Wochenende passiert ist. Sechs Wochen zwischen Ostern und Pfingsten. Sechs Wochen theologischer crashkurs „Neues Testament!“ Irgendwann begreift sie es, was an diesem Wochenende eigentlich passiert ist.

Jesus Tod ist das neue Passah, ist die eigentliche Rettung, ist die Lösung, ist die Er-lösung.

Jesus ist das Lamm, das der Welt Sünden trägt. Jesus ist in den Tod gegangen, damit wir leben können. Jesus nimmt unsere Verfehlung auf sich, damit wir mit Gott zusammen sein können. Nicht wir müssen unser Leben für Christus opfern, er hat seines für uns bereits dahin gegeben.

Jesus ist vom Grab auferstanden. Er hat den Tod überwunden. Er lebt, obgleich er tot war.

Wow, was für eine Botschaft.

Stern Berichtübersicht
Hand Berichte unserer CPA
Hand Berichte aus dem Web
Hand LiZ-eMailverteiler
die LiZ-Y!Group im Web
Bist du schon im LiZ-eMailverteiler? Nein? Dann bist Du ganz herzlich dazu eingeladen, Dich hier anzumelden. So kannst Du die aktuellen Informationen über die Gemeinde "Leben im Zentrum" erhalten. Wie das geht? Ganz einfach:
Schritt 1 Trage Deine eMailadresse ein und klicke auf "ja".
 
© powered by Y!Groups Website - leben-im-zentrum.org ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internetseiten. LiZ dankt.
nach oben nach oben diese Seite drucken diese Seite drucken

© Leben im Zentrum | Webmaster | intern | Gottesdienstplanung | Anbieter | Datenschutz | letzte Änderung: 16.09.2007 14:15:14